Eltern-netzwerke – Gemeinsam statt allein

Weil niemand alles allein schaffen muss

Ein Kind mit ADHS zu begleiten, fordert Eltern oft bis an die Belastungsgrenze. Die Diagnostik ist kompliziert, der Alltag ist anstrengend, die Umwelt oft kritisch. Viele Eltern fühlen sich allein mit ihren Sorgen – und fragen sich, ob sie überreagieren oder einfach nur versagt haben. Die gute Nachricht: Es gibt andere Eltern mit denselben Erfahrungen. Und gemeinsam geht vieles leichter.

Was sind Elternnetzwerke?

Elternnetzwerke sind formelle oder informelle Zusammenschlüsse von Müttern und Vätern, deren Kinder ADHS haben – oft auch mit LRS, Autismus oder anderen Besonderheiten. Manche sind als Verein organisiert, andere als Facebook-Gruppe oder WhatsApp-Chat. Gemeinsam ist ihnen: Hier geht es nicht um Diagnosen, sondern um Alltag.

Typische Formen:

  • ADHS-Elterntreffs vor Ort
  • Selbsthilfegruppen
  • Online-Foren und Gruppen (z. B. auf Facebook)
  • ADHS-Vereine und Verbände (z. B. ADHS Deutschland e. V.)
  • lokale Initiativen, Elterncafés oder Stammtische

Was bringen Elternnetzwerke?

Ein Gespräch mit jemandem, der dieselben Erfahrungen gemacht hat, ist oft mehr wert als zehn Ratgeber. Denn hier hört man:

  • „Das kenne ich auch.“
  • „Bei uns war das genauso.“
  • „Das hat uns geholfen.“
  • „Und das kannst du tun.“

Vorteile von Elternnetzwerken:

  • Austausch auf Augenhöhe
  • Alltagsnahe Tipps (z. B. Schulwahl, Freizeit, Behörden)
  • emotionale Entlastung
  • Verständnis ohne Rechtfertigungsdruck
  • Kontakte zu Fachstellen oder Angeboten
  • das Gefühl: Ich bin nicht allein.

Worüber wird gesprochen?

In Elternnetzwerken geht es nicht um Perfektion, sondern um Realität:

  • Welche Schule kommt infrage?
  • Wie spreche ich mit Lehrer*innen über ADHS?
  • Wie sorge ich für mich selbst?
  • Was hilft meinem Kind in Konfliktsituationen?
  • Welche Erfahrungen habt ihr mit Medikamenten?
  • Kennt jemand eine gute Therapeutin in der Region?

Oft entstehen auch Freundschaften und Unterstützungsnetze – z. B. durch gemeinsame Freizeitaktivitäten mit den Kindern oder Elternabende mit Referent*innen.

Wie finde ich ein Netzwerk?

  • Auf der Seite www.adhs-deutschland.de
  • Über Selbsthilfekontaktstellen deiner Stadt/Gemeinde
  • In Facebook-Gruppen (z. B. „ADHS – Eltern helfen Eltern“)
  • In Foren
  • In der Schule oder bei Beratungsstellen nachfragen

Wenn du nichts findest: Gründe selbst eine Gruppe! Ein Aushang im SPZ, eine Frage im Elternabend oder ein kleiner Post in sozialen Netzwerken kann der Anfang sein.

Elternstimme (fiktiv)

„In der Gruppe konnte ich endlich mal ehrlich sein – ohne mich erklären zu müssen. Es war, als ob jemand den Druck aus meinem Alltag rausgenommen hat. Und ich habe Tipps bekommen, die wirklich funktionieren.“

Was Elternnetzwerke leisten können

  • Austausch und Verständnis
  • Alltagsnahe Unterstützung
  • Tipps zu Schule, Therapie, Familienleben
  • Entlastung und Rückhalt
  • Vernetzung mit anderen Hilfen

Fazit: Gemeinsam stark – auch mit ADHS

Niemand versteht dich so gut wie jemand, der es selbst erlebt hat. Elternnetzwerke sind keine Profis – und gerade deshalb so wichtig. Denn sie geben Halt, wo andere urteilen. Und sie zeigen: Wir sind viele. Und wir sind stark – für unsere Kinder, für uns selbst, füreinander.

Avatar von Heiko

Von Heiko

Autor des Ratgebers AD(H)S bei Kindern bis 12 Jahren

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