Wenn es in der Schule schwierig wird
Für viele Kinder mit ADHS ist Schule kein Ort des Lernens, sondern des Scheiterns. Sie erleben Ablehnung, Missverständnisse, Überforderung – oft täglich. Hier kann die Schulsozialarbeit eine entscheidende Rolle spielen. Als unabhängige und niedrigschwellige Unterstützung bietet sie Hilfe dort, wo sie dringend gebraucht wird: mitten im Schulalltag.
Was macht eine Schulsozialarbeiterin?
Schulsozialarbeiterinnen sind keine Lehrkräfte, keine Ärztinnen und keine Therapeuten. Aber sie sind Beziehungsprofis mit systemischem Blick. Sie begleiten Kinder, beraten Eltern und helfen, Konflikte zu lösen – ohne Noten, aber mit Herz und Verstand.
Zu ihren Aufgaben gehören:
- Beratung von Schüler*innen bei Problemen (z. B. Konflikte, Stress, Ausgrenzung)
- Vermittlung zwischen Lehrkräften, Eltern und Kindern
- Unterstützung bei der Entwicklung sozialer Kompetenzen
- Krisenintervention bei Eskalationen oder Schulverweigerung
- ggf. Kooperation mit außerschulischen Hilfen (Jugendhilfe, Beratung, Therapien)
Besonders hilfreich bei ADHS
Kinder mit ADHS geraten im Schulalltag schnell in Schwierigkeiten – wegen ihrer Impulsivität, Unruhe oder Vergesslichkeit. Die Schulsozialarbeit kann hier als Vermittler, Verstärker oder Verteidiger auftreten:
- Vermittler: Sie hilft, Missverständnisse zwischen Lehrkraft und Kind zu klären
- Verstärker: Sie erkennt und lobt Fortschritte, wo andere nur Fehler sehen
- Verteidiger: Sie setzt sich für faire Behandlung und individuelle Unterstützung ein
Gerade Kinder, die ständig anecken, brauchen Menschen, die sie sehen, ohne zu verurteilen.
Was Eltern wissen sollten
Eltern können sich direkt an die Schulsozialarbeit wenden – unabhängig von der Lehrkraft. Gespräche sind vertraulich, kostenlos und freiwillig.
Typische Themen:
- Konflikte mit Lehrkräften oder Mitschüler*innen
- Unsicherheit über schulische Möglichkeiten (z. B. Nachteilsausgleich)
- Angst vor Ausgrenzung oder Mobbing
- Überforderung mit Hausaufgaben, Konzentration, Schulverhalten
- Suche nach weiterführender Hilfe
Und wenn es keine Schulsozialarbeit gibt?
Leider ist die Schulsozialarbeit nicht an allen Schulen gut ausgebaut – insbesondere an Grundschulen fehlt sie häufig. In solchen Fällen können sich Eltern an:
- den schulpsychologischen Dienst
- eine Erziehungsberatungsstelle
- oder das Jugendamt wenden
Ein Gespräch mit der Schulleitung kann manchmal helfen, einen Zugang zu vorhandenen Angeboten zu bekommen.
Elternstimme (fiktiv)
„Unsere Tochter hatte ständig Ärger mit der Lehrerin – und irgendwann wollte sie gar nicht mehr in die Schule. Die Schulsozialarbeiterin hat vermittelt, zugehört, geholfen. Heute geht sie wieder gern.“
Was Schulsozialarbeit leisten kann
- Beziehung aufbauen und stärken
- Konflikte entschärfen
- soziale Kompetenzen fördern
- Entlastung für Eltern und Lehrkräfte schaffen
- Kinder sichtbar machen, die sonst durchs Raster fallen
Fazit: Nähe statt Noten
Schulsozialarbeit ist keine Zusatzoption, sondern ein notwendiger Bestandteil eines inklusiven, kindgerechten Schulsystems. Für Kinder mit ADHS kann sie der entscheidende Faktor sein, ob Schule ein Ort der Entwicklung oder der Frustration wird.

